Lernvideos

Vorbemerkung

Lernvideos genießen derzeit eine hohe Beliebtheit. Jüngst hat der Rat für Kulturelle Bildung in einer repräsentativen Studie gezeigt, dass YouTube bei Schülern die Internet-Plattform ist, sich Wissen anzueignen, Unterrichtsstoffe zu vertiefen bzw. zu wiederholen oder sich auf Prüfungen vorzubereiten [1]. Videos für den eigenen Unterricht einzusetzen – egal ob an einer allgemeinbildenden Schule, Berufsschule oder Hochschule – bedeutet entweder, bestehende Videos didaktisch geschickt auszuwählen und zu präsentieren oder eigene Videos zu produzieren. Es gibt zahlreiche Untersuchungen (z.B. [2], [3], [4], [5]), wie Lernvideos (oder multimediale Lerninhalte generell [6]) didaktisch gestaltet sein soll(t)en um sinnvoll zum Lernprozess beitragen zu können. Diese Merkmale werden sind Thema der kommenden Sitzung.

Die Literaturangaben, die nicht explizit in den Aufgaben genannt sind, sind für die Sitzung nicht relevant. Sie können für den Projektblock herangezogen werden, sofern Sie sich entscheiden, selbst ein Lernvideo zu produzieren und/oder z.B. in einem interaktiven Webplayer wie www.h5p.org umzusetzen. 

Aufgabe als Vorbereitung für die Sitzung

  1. Bitte sehen Sie sich das Video unter https://youtu.be/BT2mrUmHnqA an und lesen Sie als Ergänzung den zugehörigen Artikel von Josef Buchner [2].
  2. Lesen Sie den Artikel von Martin Merkt [3] für e-teaching.org.
  3. Recherchieren Sie (auf YouTube) ein Lernvideo (max 6-8 min), dass von/an Ihrer Hochschule produziert wurde oder (sofern Sie kein Video finden können) eines aus ihrem Fachbereich und betrachten Sie es unter dem aspekt der didaktischen Gestaltung, basierend auf den Erkenntnissen der gelesenen Artikel [2] und [3].
    Diese Videos werden Grundlage für die Gespräche in der kommenden Sitzung sein.
  4. Machen Sie sich mit dem Dienst “VideoAnt” der Universtiy of Minnesota vertraut:  https://ant.umn.edu – Ggf. ist eine Anmeldung erforderlich,  erstellen Sie sich hierfür im Zweifel einen “Fake-Google-Account”
  5. WICHTIG: Bringen Sie ein mobiles Endgerät UND Kopfhörer (!!) mit in die Sitzung!

Aufgaben und Ablauf für die Sitzung

  1. Bilden Sie 4er-Gruppen
    1. Stellen sich gegenseitig die jeweils recherchierten Videos vor
    2. Entscheiden Sie sich in der Gruppe für eines der Videos um es detaillierter zu besprechen und
    3. annotieren Sie in der Gruppe das Video mit dem Dienst “VideoAnt” der University of Minnesota unter https://ant.umn.edu/ (Achtung, zeitgleiche Annotationen werden nicht immer verarbeitet; prüfen Sie gegenseitig, ob/dass Ihre Anmerkungen gespeichert wurden!)
  2. Identifizieren Sie in der Gruppe im Video zwei didaktische Merkmale, die sehr gut gelungen sind und benennen Sie zwei Aspekte, die Optimierungsbedarf aufweisen.
  3. Tragen Sie die Links zu Ihren VideoAnts mit allen Annotationen in einem kollaborativen Google-Doc (o.Ä.) zusammen.
    1. Verfassen Sie als Gruppe ein kurzes Fazit als Gesamtbewertung für das Video.
  4. Verwenden Sie dafür die vorgegebene Struktur (copy+paste für die jeweilige Gruppe)
  5. Sichten Sie die Beiträge der anderen Gruppen (vorzugsweise auch der anderen Standorte) und reflektieren Sie diese in Ihrer Gruppe.
  6. Twittern Sie unter dem Hasthag #L2D2 Ihr persönliches Highlight im Bezug auf Lernvideos (z.B. was Ihnen aus didaktischer Sicht besonders gut gefallen bzw. besonders missfallen ist).   
    1. Versuchen Sie nach Möglichkeit, mit den Videoautoren Ihres ausgewählten Highlights über Twitter in Kontakt und in einen konstruktiven Austausch zu treten. Für die Kontaktaufnahme können Credits/Abspann bzw. die Videobeschreibung auf YouTube wichtige Hinweise geben.

Literatur

[1] Jebe, Frank, Sebastian Konietzko, Margrit Lichtschlag, und Eckart Liebau. Studie: „Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung. Horizont 2019“. Huyssenallee 78-80, 45128 Essen: Rat für Kulturelle Bildung e. V., 2019. https://www.rat-kulturelle-bildung.de/fileadmin/user_upload/pdf/Studie_YouTube_Webversion_final.pdf.

[2] Buchner, Josef. „So gelingen Lernvideos | R&E-SOURCE“. Open Online Journal for Research and Education, Special Issue #1. Zugegriffen 29. Oktober 2018. https://journal.ph-noe.ac.at/index.php/resource/article/view/584.

[3] Merkt, Martin. „Didaktische Optimierung von Videos in der Hochschullehre“. e-teaching.org, 2015. https://www.e-teaching.org/etresources/pdf/erfahrungsbericht_2015_merkt_didaktische_optimierung_video.pdf.

[4] Kolås, Line, Hugo Nordseth, und Jon Hoem. „Interactive Modules in a MOOC“. In 2016 15th International Conference on Information Technology Based Higher Education and Training (ITHET), 1–8. Istanbul, Turkey: IEEE, 2016. https://doi.org/10.1109/ITHET.2016.7760707.
Siehe auch: https://youtu.be/1C7hRJIi42w 

[5] Hansch, Anna, Lisa Hillers, Katherine McConachie, Christopher Newman, und Philipp Schmidt. „The Role of Video in Online Learning: Findings From the Field and Critical Reflections“, 2015, 35. https://www.hiig.de/wp-content/uploads/2015/02/TopMOOC_Final-Paper.pdf 

[6] Mayer, Richard E. „Multimedia learning“. In Psychology of Learning and Motivation, 41:85–139. Academic Press, 2002. https://doi.org/10.1016/S0079-7421(02)80005-6.

Kamera Apps by david.lohner, on Flickr

Beitragsbild: “Kamera Apps” (CC BY 2.0) by david.lohner

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